Projekt NAVCOM

 
Navigation und Kommunikation im und mit dem öffentlichen Verkehr speziell für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Konzeption und Demonstrationsentwicklung einer barrierefreien Mobilitätslösung, welche die selbstständige Orientierung und Wegfindung an Verkehrsknotenpunkten ermöglicht. Das Konzept vereint die Technologien der Trägheitsnavigation für das Indoor-Routing und der WLAN - Kommunikation für das Kontaktieren der Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs zu einer nachhaltigen Mobilitätskette.

Im folgenden Film wird Ihnen das Ergebnis des NAVCOM-Projektes präsentiert: 
NAVCOM Film
 
 
Projektstart: Mai 2010
Projektende: November 2011

Programmlinie
ways2go, 2. Ausschreibung (2009)

Projektleitung
FH JOANNEUM Kapfenberg,
Projektleiter DI (FH) Werner Bischof
Projektleiter Stellvertreter DI Martjin Kiers 

Projektpartner
ÖBB Infrastruktur Bau AG
DI. Wolfgang Skowronek

Wiener Linien
Ing. Roland Krpata

Technische Universität Graz - Institut für Bauinformatik
Univ. Prof. Dr. Ulrich Walder

Österr. Blinden- u. Sehbehindertenverband, Landesgruppe Wien, NÖ u. Bgld.
Wolfgang Kremse

Projektbeschreibung
Das vorliegende Projekt versucht die sehr eingeschränkten Möglichkeiten der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Menschen mit besonderen Bedürfnissen (MmbB) zu erweitern. Das selbständige Reisen von MmbB ist oftmals durch die fehlenden Sicherheitsvorkehrungen im öffentlichen Verkehr und die Komplexität der Infrastrukturbauten problematisch. Um diese Verwirrungen zu reduzieren, wurde aufbauend auf das Projekt „way4all“ (1. Ausschreibung von ways2go) ein Konzept erstellt, das eine Erleichterung für viele Benutzergruppen darstellt; angefangen von sehbehinderten Personen bis hin zu Touristen.
Das Besondere dieses Konzepts ist die Vereinigung zweier neuartiger Technologien: der Trägheitsnavigation für das Indoor-Routing und der WLAN-Technik für das Kommunizieren mit Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs und Haltestellenanzeigern. Aktuelle Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass eine Verbindung dieser Komponenten sehr sinnvoll ist, da sie sich und das bereits bestehende System vollkommen ergänzen und fließende Übergänge an den Schnittstellen zum Verkehrssystem garantieren können.
Das System der Trägheitsnavigation wurde vom Institut der Bauinformatik an der TU Graz entwickelt und wird bereits erfolgreich getestet. Mit Hilfe von Gebäudeplänen kann man bereits in diesem Stadium der Entwicklung die Indoor-Position von Personen gut darstellen.
Diese Technologie soll im Zuge dieses Projektes noch weiterentwickelt und miniaturisiert werden. Die Implementierung auf einem Mobiltelefon nach dem Zwei-Sinne-Prinzip (akustisch und visuell) und die Verbindung mit der RFID-Technologie zur Navigation werden weitere wichtige Bestandteile der Arbeiten sein.
Die Genauigkeit der Navigation wird durch die Nutzung der im Boden verbohrten passiven RFID-Tags für die Trägheitsnavigation um ein Vielfaches erhöht. Gleichzeitig aber kann die Anzahl der benötigen Tags durch Implementierung des an der FH-JOANNEUM entwickelten Softwarealgorithmus GERWEI erheblich verringert werden. Der Aufwand und die Kosten werden so für die Betreiber
erheblich reduziert und eine breite Umsetzbarkeit garantiert.
Die Möglichkeit der Verwendung der WLAN Technologie für dieses Projekt ergibt sich aus erfolgreichen Vorarbeiten an der FH-JOANNEUM und der Demonstration im Projekt Rampe – Frankreich. WLAN weist auch die erforderliche Reichweite (Doppelhaltestellen von Bussen) auf und ist auf herkömmlichen Mobiltelefonen verfügbar. Sowohl Haltestelleninformationen als auch dynamische Informationen, wie Verspätungen oder Gleisänderungen, sollen direkt vom Mobiltelefon bedarfsabhängig und in Echtzeit vor Ort abgefragt werden können. Blinde Menschen sollen durch diese Technik nun erstmals eine Rückmeldung z.B. auf einen gesendeten Einstiegswunsch, erhalten. Das wird die Qualität dieser Technik einzigartig machen.
Ziel dieses Projektes ist es, die gewonnenen Forschungsergebnisse aus „ways4all“ auszubauen, zu komplimentieren und ein einheitliches Gesamtsystem aus Navigations- und Kommunikationstechnologie zu schaffen.
Als Ergebnis wird für alle Reisenden eine geschlossene und individuell-barrierefreie Mobilitätskette präsentiert werden, welche das sichere Reisen gerade im öffentlichen Verkehr wesentlich unterstützt.